Bachhüttli

Die gute Sonne schien freundlich in die kleine Schulstube im ersten Stock des Schulhauses Kohlwies im hinteren Steinenbachtal. Der alte Lehrer sass an seinem Pult und hörte die Fünftklässler ab, die aus dem Lesebuch laut vorlesen sollten. Die Schüler nannten ihren Lehrer „Albertli“, wenn sie unter sich waren.

Es las Köbi, der gleichzeitig die Reaktion des Lehrers auf seine Lesekünste im Visier hatte. Albertli hörte nicht mehr allzu gut und so schloss er die Augen und überliess seine Welt den Ohren. Bald sah Köbi seine Chance gekommen. Er wagte es, das Zauberwort „Bachhüttli“ in den Text einzuflechten und als er beim Lehrer keine Reaktion bemerkte, tat er dies gleich noch einmal.

Des Lehrers Augen öffneten sich, er hob die Brauen und sagte „Nägscht“. Nun war die Reihe an Fritz. Der liess sich nicht lumpen und hatte bereits im zweiten Satz zweimal das „Bachhüttli“ eingeschoben. Nach dem erfolgreichen dritten Streich blickte er kurz zu Kari neben ihm und übergab. Nun war Karis Ehrgeiz geweckt. Es gelang ihm eine Zeile mit zwei eingefügten Bachüttli. Er las eine weitere Zeile um dann sogleich zu „Bachhüttli, Bachhüttli, Bachhüttli“ überzugehen.

Das ganze Schulzimmer war von den Erst- bis zu den Achtklässlern mittlerweile in höchste Anspannung geraten. Sechzehn Augenpaare richteten sich gespannt auf Albertli. War er etwa eingeschlafen? Die Sonne versteckte sich hinter einer Schönwetterwolke. Es drohte ein riesiges Donnerwetter, wenn Albertli den Aufstand bemerken würde.

Albertli richtete seinen Oberkörper etwas auf, blickte scharf auf Kari, schob sein Kinn vor, klopfte mit Zeig- und Mittelfinger kurz aufs Pult und sagte „Det!“. Das war alles. Die Sonne traute sich wieder hervor, die Spannung löste sich.

Kari war der Held des Nachmittags. Der Steinenbach trödelte in dünnen Rinnsalen weiter der Töss entgegen und die warme Sommersonne hat wohl das ihre zum glücklichen Ende beigetragen.

Hinderbergöttel

Gwunderis Elternhaus war der neuste und grösste von 3 Teilen eines kleinen Flarzes im Dörfli. Den ältesten Teil nannte man den „Löter“, weil der frühere Bewohner im Pfannenflicken bewandert war. Dazwischen eingezwängt war ein schmaler, niedriger Hausteil den man, um Gwunderis Familie zu ärgern, an die Wehrlis, eine 5köpfige Familie, vermietet hatte. Der Wehrli fuhr mit seinem Auto über den Vorplatz von Gwunderis Familie, obwohl da kein befahrbarer Weg und auch kein Parkplatz war. Man beschwerte sich indem man mit Brennholz den Weg versperrte, welches der Wehrli dann einfach überfuhr.

Weil es im Dorf sonst nur Buben gab, war aber das kleinen Vreneli von den Wehrlis für Gwunderi sehr interessant und als er es einmal beim verusse Bisle beobachtet hatte, war er sehr verwirrt und dachte die bösen Wehrlis hätten dem Vreneli das Schnäbeli abgeschnitten.

Als die Wehrlis, nach aufregenden Grabenkämpfen, wieder ausgezogen waren, wohnte der Hinterbergöttel, erst mit seiner Familie und dann, nachdem die Frau und der Sohn mit dem Töffli ihn verlassen hatten, allein in der engen dunklen Wohnung. Im Erdgeschoss war ein langer Gang, eine Küche und die kleine Stube mit Kachelofen. Im oberen Stock waren zwei Kammern. Es hiess, der Hinterbergöttel sei in der Fremdenlegion gewesen. Man konnte das auch daran erkennen, dass er manchmal mit rollenden Augen das Wort „Buurrmaa“ neben dem stinkenden Toscani-Stumpen durchquetschte.

Manchmal winkte er Gwunderi mit einer Münze in der Hand heran und sagte: „Hol mer en Moscht“. Gwunderis Grossmutter hatte gleich nebenan ein kleines SHG-Lädeli, in welchem es alles gab, was im kleinen Dörfli gebraucht wurde. Also auch den Sauren Most, der dem Hinderbergöttel in seinem dunklen Loch den noch dunkleren Legionärs-Erinnerungen vielleicht etwas Licht verleihen konnte.

Die Schule in der Cholwies war aus und die Grossen vom Furershus, die mit dem Velo kommen durften, weil ihr Schulweg länger war als einen Kilometer, liessen den Gwunderi auf dem Packträger mitfahren. Am Tannenböhl oben war der Hinderbergöttel am Chrishacke. Die Grossen riefen hinauf „Hinderbergöttel, Hinderbergöttel, Hinderbergöttel“. Der hörte das und rannte, der Hund laut bellend voraus, mit dem Hackmesser wild fuchtelnd und fluchend den Hang herab. Gwunderi bekam eine Riesen-Angst im Bauch und hatte in dieser Nacht schreckliche Albträume. Am nächsten Tag war der kleine Bub dann glücklicherweise dermassen krank, dass er den – nun plötzlich so gefährlichen – Schulweg nicht unter die Füsse zu nehmen brauchte. Seither studiert Gwunderi ganz genau, bei wem er auf den Packträger sitzt.

Der Totentanz

Der Tod an alle:
Zu diesem Tanz‘ ruf ich gemein
All Volks und alle Wesen,
Arme, reiche, gross und klein,
Kommt, lasst sie uns verlesen.
Man dachte wohl zu aller Zeit,
Gut Wirken braucht’s im Ranzen,
Dann wär‘ man jederzeit bereit,
Nach meiner Pfeiff‘ zu tanzen.

Der Tod:
Herr Papst, du bist der höchste nu‘,
Tanzen wir beide, ich wie du.
An Gottes Platz bist du gestanden,
Ird’scher, den Ehr‘ und Würde banden.
Von aller Welt, musst du trennen dich,
Mir folgen und so werden wie ich.
Wirst allem ledig, was du bist und hast,
Der Hoheit wirst du nun ein Gast.

Der Papst:
So höret meinen Kommentar,
Ich, als der Höchste, der ich war,
Soll nun genau dasselbe werden,
Wie du, als schlimmste Plag‘ auf Erden?
Nicht Würd‘ noch Reichtum hätten Glanz,
Wenn alle Ding‘ verwehrt mir ganz.
Nehmt mich als Beispiel, die ihr seid,
Papst, der ich war, zu meiner Zeit!

Der Tod:
Mir ist noch keiner je entkommen,
Du hast das höchste Amt erklommen.
Die Macht hat dich erblinden lassen,
So konntest du nicht mehr erfassen,
Die vielen Seelen, die dich nährten,
Um Gottes Gnade nur begehrten.
Sie war’n dir nichts als Wanzen.

Herr Kaiser, lass uns tanzen!

Der Kaiser:
Oh Tod, deine arg klapprige Figur,
Geht gänzlich gegen die Natur.
Ich war so mächtig und so reich,
Und nicht einer war mir gleich.
Könige, Fürsten und Herren,
Mussten sich beugen, mich ehren.
Jetzt kommst du auf grausige Weis‘,
Mich werfen den Würmern zur Speis‘.

Der Tod:
Du warst erkoren zu beschützen,
Zu beschirmen und zu stützen,
Die heiligen Kirchen der Christenheit,
Mit dem Schwerte der Gerechtigkeit.
Die Hoffahrt hat dich wohl verblendet,
So hat das Blatt sich nun gewendet,
Von mir kommt’s nicht nach deinem Sinn.

Du komm jetzt her, Frau Kaiserin!

Die Kaiserin:
Ich glaub‘, mich meint der Tod!
Das bringt mich bös in Not!
Was kommt dir in den Sinn,
Bin jung und Kaiserin.
Ich meint‘, ich hätt‘ viel Macht,
Hab‘ nie an dich gedacht.
Aus Versehn‘ nur nimmst du mich mit,
Ach, lass mich doch leben, ich bitt‘!

Der Tod:
Kaiserin sei nicht vermessen,
Mich dünkt, du habest mich vergessen.
Komm herbei, es ist an der Zeit,
Du meinst wohl, du wärest befreit?
Nein! Wehrst du dich auch noch so viel,
Du machst doch mit bei diesem Spiel,
Und auch die anderen Grössen all.

Heran, folgt mir, Herr Kardial!

Der Kardinal:
Erbarm‘ dich, Herr, lass‘ mich zieh’n,
Ich weiss, ich kann nicht entflieh’n,
Blick‘ ich auch vor und hinter mich,
Auf allen Seiten seh‘ ich dich.
Wie tat der hohe Stand mir passen,
Den ich besass, ich muss ihn lassen.
Und werd‘ unwürdiger zur Stund,
Als wie ein räud’ger, stinkender Hund.

Der Tod:
Du wurd’st in den Stand gehoben,
Die Apostel des Herrn zu loben,
Den christlichen Glauben zu stärken,
Mit Worten und guten Werken.
Du bist mit hoffärtigen Sitten,
Auf höchsten Rössern geritten,
Drum musst du dich sorgen nun sehr.

Nun bringt mir den König her!

Der König:
Oh Tod, du verwirrst mich ganz,
Ich kenne nicht diesen Tanz,
Herzöge, Ritter und Knechte,
Erstarren vor meinem Rechte.
So manchen wüsten Berserker,
Liess werfen ich in den Kerker.
Du kommst, dem Feinde gleich,
Und raubst mein ganzes Reich.

Der Tod:
Deine Felder wurden bestellt,
Brachten dir Berge von Geld.
Was hilft’s? Du musst in den Staub,
Dein Hab‘ und Gut ich dir raub‘.
Mit Tücke und mit Ränken,
Tatst du dein Volk beschenken.
Sie war’n dir einerlei!

Holt mir den Arzt herbei!

Der Arzt:
Hab Vorsprung wohl, ist’s gewesen,
Weil viel‘ Menschen ich genesen?
Ob gross‘ Seuchen sie litten Not,
Und viele andere sah’n den Tod.
Da half nicht Kunst noch Arzenei’n,
Zu lindern die schreckliche Pein.
Nun hat der Tod mich erblickt,
Welch Urteil nun er mir wohl schickt?

Der Tod:
Gerechtes Urteil sollst du bekommen,
Nach dem, was du hast unternommen.
Du hast getan, was Gott gefällt,
Viel miterlebt in dieser Welt.
Den Armen hast du nicht geschadet,
Sie in reinem Wasser gebadet.
Für wenig Lohn hast du’s getan.

Wucherer, folge von Stunde an!

Der Wucherer:
Oh du aller unerwünschtester Tod,
An dich zu denken hatt‘ ich nicht Not.
Ich hab mein Hab‘ und Gut versteckt,
Die Speicher sind gefüllt perfekt.
Muss ich nun sterben, und sogar,
Muss lassen hier all‘ meine War‘,
Weiss nicht, wohin ich kommen soll!
Erbarm dich, Herr, ich zahl‘ den Zoll!

Der Tod:
Verkehrter Tor mit geschlitzten Ohren,
Nichts anderes hast du auserkoren,
Als all‘ die Güter dieser Erden!
Ich weiss nicht, was mit dir soll werden.
Auf mich, da hatt’st du keine Acht,
Auch nicht der Sterbenden gedacht.
Nun musst du in das andere Land.

Herr Kaplan reiche mir die Hand!

Der Kaplan:
Ach leider, mich quält grosse Not!
Viel Sündenlast bring ich zum Tod.
Im Schlafe hat er mich gefunden,
Ich fürchte, Gott wird’s wohl erkunden,
Durch Schlemmerei, Wein, Weib, Gesang,
Mein Geist getrübt wohl jahrelang.
Was helfet mir nun der Genuss,
Wenn ich die Welt verlassen muss.

Der Tod:
Hast von Jugend an du gebet‘,
Recht vor deine Augen gesät,
Den Verlorenen Trost gespendet,
Hast viele Worte verwendet,
Die manche zu Gott bekehrt.
Das war gut! Du bist es wert,
Es sei drum, musst mich begleiten.

Kaufmann, dich will ich reiten!

Der Kaufmann:
Es ist mir fern, bereit zu sein,
Ich hatt‘ Erfolg und viele Pein,
Sowohl zu Lande als zur See,
Durch Wetter, Regen, Wind und Schnee.
Doch meine Bücher sind noch offen,
Könnt‘ ich bald auf Abschluss hoffen,
Wär‘ endlich dann mein Werk gescheh’n,
Und ich würd‘ fröhlich mit dir geh’n.

Der Tod:
Hast du anderes nicht begehrt,
Als das, was dir gehört,
Dann bist du in Vollkommenheit,
Wenn wird gerichtet weit und breit.
Hast du dein Buch geschlossen,
Dann sei nur unverdrossen.
Ist’s anders, ist’s nicht gut!

Handwerker, nimm den Hut!

Der Handwerker:
Oh weh, was soll mit mir gescheh’n,
Schlecht habe ich mich vorgeseh’n,
Und hab‘ nur drüber nachgedacht,
Was gut sich für mein Handwerk macht,
Was gut für meine Arbeit wär‘.
Nun bitte ich dich lieber Herr,
Mir meine Sünden zu vergeben,
Und lass mich ein ins ew’ge Leben.

Der Tod:
Handwerker tun im Allgemeinen,
Der Dinge achten, auch der kleinen.
Wo andere sich schrecklich mühen,
Kann ihre gute Kunst erblühen.
Ans Sterben mögen sie nicht denken,
Der Dinge Wege woll’n sie lenken,
Das machet ihre Seelen schwer.

Klausner komme du daher!

Der Klausner:
Zu sterben täte mir kein Leid,
Wär‘ meine Seele nur bereit,
Wär nur der schlechte Sinn verjagt,
Mein schwaches Fleisch hat mich geplagt.
Erbarm dich, Herr, und höre bloss,
Viel Zweifel war mein schweres Los,
Bekenn‘ dir alles bis zum Grund,
Sei gnädig mir zur letzten Stund.

Der Tod:
Du magst wohl singen engelgleich,
Dich hört sogar das Himmelreich.
Die Arbeit, die du hast gemacht,
Hat deiner Seel‘ Gewinn gebracht.
Wenn jedermann sich gleich benommen,
Viel Übel wäre nicht gekommen,
Und war das Leben noch so sauer.

Komm in meinen Reigen, Bauer!

Der Bauer:
Dieser Tanz ist mir willkommen,
Hab‘ mir alle Zeit genommen,
und mit Arbeit zugebracht.
Denn, ich dachte Tag und Nacht,
Wie mein Land ich soll bestellen,
Dass die Ernten überquellen.
Hatt‘ zu bezahlen meine Pacht,
An dich hab‘ ich nicht gedacht.

Der Tod:
Grosse Arbeit hast vollbracht,
So dass Gott dich nicht veracht,
Mit deiner Mühe und der Not,
Zufrieden ist der liebe Gott.
Er zollt dir seinen grossen Dank,
Mit viel Freude, Speis und Trank,
So fürchte nicht ein Ding.
Tritt zu mir her, Jüngling!

Der Jüngling:

Der Welten Lauf für mich nur zählt,
Du hast wohl die Zeit verfehlt,
Bist mich schleichend angegangen,
Tust in deinem Netz mich fangen.
Die weite Welt mir harret,
Die kleine Welt verscharret.
Geh‘ weiter, lass dich belehren,
Soll das Alter mich bekehren.

Der Tod:
In der Nacht mit schwerem Gang,
Streiche ich dem Strand entlang,
Den jungen Mann bei Ebb‘ und Flut,
Die Lebenslust bestürmen tut.
Hier ist keine gute Stätte,
Wo er noch zu bleiben hätte,
So hält er besser bei mir inne.

Jungfrau, mit mir den Tanz beginne!

Die Jungfrau:
Dein Reigen macht mir keine Freud,
Ich junge, frohe, hübsche Maid,
Mich hat erfreut der Welten Lust,
Von deiner Ankunft nichts gewusst.
Jetzt lockst du schnelle mich zu dir,
Hab‘ nicht gemerkt, dass du schon hier,
Nur wenn ich Klosterfrau geworden,
Dann trät ich gern in deinen Orden.

Der Tod:
Ich mache keinen Unterschied,
Ist’s an der Zeit, musst du ins Glied.
Ich bin nun nicht der hübsche Franz,
Du tanzt mit mir den letzten Tanz,
Am Leben hast du kaum gerochen,
Und schon sind deine Träum‘ zerbrochen,
Mit schweren Tüchern werfe ich.

Mein kleinstes Kind, nun hol‘ ich dich.

Das Kind:
Oh Tod, wie soll ich das versteh’n,
Wie soll ich tanzen, kann noch nicht geh’n.

Der Tod an alle:
So geh‘ ich denn in and’re Zeiten,
Die Kunde weiter zu verbreiten,
Dass nach dem Leben folgt der Tod.
Wer nicht bedacht, dass alles endet,
Der hat seine Zeit verschwendet,
Hat angehäuft, was wird vergeh’n,
Und nichts getan, was bleibt besteh’n.
Und nun sag‘ ich auf wiederseh’n.

Frei nach dem unvollständigen Lübecker Totentanz von 1463

Das Omikron

In der Runde geht die Kunde
Von dem graus’gen Omikron
Welches hat zu dieser Stunde
Düstere Konturen schon

Chimäre ist’s aus vielen Wesen
Chamäleon, das fliegen kann
Verschreckend die, die schon genesen
Befallend alle dann und wann

Experten, Gremien und Entscheider
gefordert sind in hohem Mass
Kanäle, Drucker, Sprecher, Schreiber
Verbreiten alle dies und das

Das Publikum bestaunt die Welle
und raunt das Zauberwort sich zu
und jeder greift sich auf die Schnelle
was unbegreiflich in der Ruh‘

Das Omikron hat keine Eile
Es rollt die Augen hin und her
Nach dieser oder jener Weile
Strahlt neue Farbe am Revers

Das Menschenvolk, es zuckt zusammen
Erschrickt, erstarrt, vereinzelt sich
Wem kann das Untier nur entstammen
Mein Gott, bleibt es wohl ewiglich

Der König aber ruft behende
Den General aus seinem Schlaf
Und schickt ihn in des Kriegs Gelände
Und spricht zu ihm, hüt mir die Schaf

Der General schiesst mit Kanonen
auf den mikrobenkleinen Spatz
Kollateralien die sich lohnen
Befördert er mit seiner Hatz

Experten, Gremien und Propheten
Ermutigen den wilden Mann
Konsortien, Händler und Moneten
Ein jeder tut, was er nur kann

Die Schafe aber müssen leiden
Kein Gras mehr wächst auf ihrem Land
Wollt ihr das Omikron vertreiben
Dann nehmt es selber an die Hand

Der Schwabe

Sir Henry sprach zum Schwaben
Du musst es für mich tun
Wir sollten es nun wagen
Nicht rasten und nicht ruh’n

Die Welt geht aus den Fugen
Wir brauchen einen Plan
Wie wir, die einzig Klugen
Noch retten, was man kann

Der Schwab‘, noch jung, erkannte
Die Ehr‘, die ihm geschah
Und den, der ihn ernannte
Erfreute, was er sah

Der Weg war bald gefunden
Es braucht‘ die Prominenz
Er knüpft‘ in vielen Stunden
Ein Netz der Kompetenz

Die Reichsten, Klügsten, Besten
Bracht‘ er zusammen bald
Im Norden, Osten, Westen
So wurd‘ er mählich alt

Viel Nachwuchs tat er bilden
Bracht‘ ihn in Position
Den Jungen und den Wilden
Versprach er Ruhm und Lohn

Das Netz mit Geld geflutet
Das Personal an Bord
Geschossen und geblutet
Die Alte Welt muss fort

Die neue Welt errichtet
mit Pauke und Trompet
Das Kapital verdichtet
Kontrolle, wo es geht

Der Schwabe konnt‘ kaum glauben
Dass er es hat vollbracht
Sir Henry schloss die Augen
Und wünschte Gute Nacht

Und ist er nicht gestorben
So intrigiert er noch
Der Schwab‘ trägt neue Orden
Und scheisst ins alte Loch